Bergbau in Weipert



Bergbau wurde mit primitivsten Mitteln betrieben. Mit Haspel und Menschenhand wurden Erz und taubes Gestein über Leitern nach oben gefördert. Die Schmelzöfen bestanden aus einem viereckigen Mauerwerk, in welches Holzkohle und Eisenerz geschüttet wurde. Mit einer Eisenstange wurde das geschmolzene Eisen heraus geholt und zum Hammer gebracht. Bereits in einer Urkunde von 1506 wird der „wüste Hammer Weyperth“ erwähnt.

Silbervorkommen wurden bereits um 1470 in Sachsen gefunden. In Weipert hatte ein Regenguss an der Schmiedeberger Str. einen Silber-Erzgang bloßgelegt, an der Stelle entstand der "Mildehandgottesschacht". Im Dreißigjährigen Krieg verödete der Schacht, erst 1766 fing man an, weiterzuschürfen. Dazu wurde der „Clementi-Stollen“ angelegt. Das Vorkommen war aber nach 100 Jahren erschöpft. Die staatliche Verwaltung ließ die Zeche auf. 1857 erwarb William Tröger die Grube, 1864 stellte auch er den Abbau wegen Ertragsmangel ein. Tröger's Erben verkauften die Zeche an Emil Gustav Bittner, allgemein als Gewehr-Bittner bekannt. Bittner ließ das Gelände einebnen und vergrößerte damit seinen Grundbesitz beträchtlich.

1550 entwurzelte ein Sturm eine Fichte, eine Silberader wurde freigelegt, ein großes "Berggeschrei" (Gschra war ein neuer Erzfund) entstand, der Ort des Silberfundes wurde daher Neugeschrei genannt. Das Weiperter-Wappen zeigt die entwurzelte Fichte mit der Silberader,zwei Bergleute tragen eine Weintraube. Der Sage nach, sollen die Bergleute auf Grund der reichen Silbervorkommen ausgerufen haben, „Das ist ein fruchtbringender Weinberg“. „Weinberg, Weinberge“ tauchte aber schon vorher als Ortsname in alten Gerichtsbüchern auf. Einen Weinberg hat es in Weipert auf Grund der klimatischen Verhältnisse nie gegeben. In anderen Quellen wird die Traube zur Erztraube.

Die Bergleute konnten mit Haspel und Menschenhand nur in geringe Tiefen vordringen. Unglücksfälle waren an der Tagesordnung. In den Bergwerken wurde Silber und Kupfer gefördert, Eisenerz nur noch in einen Bergwerk. Die Ergiebigkeit der Bergwerke ging stark zurück, 1845 stiegen die Bergleute zum letzten Mal in die Gruben hinab. Auf dem obigen Bild sieht man einige Hügel, teilweise mit einen kleinen Gebäude. Die Gebäude wurden im sächsischen Erzgebirge Huthaus genannt. Im nahen Bärenstein sind noch Huthäuser erhalten. Das Huthaus war der zentrale Versammlungsraum der Bergleute, hier trafen sich die Bergleute vor und nach jeder Schicht. In der Hutstube legte jeder Bergmann seinen Hut ab, wenn bei Schichtende ein Hut nicht abgeholt war, war ein Bergmann in der Grube geblieben. Die Hügel waren Abraumhalden rings um den Einstieg zum Schacht / Lüftungsschacht. Die Halden sind längst mit Gras überwachsen, der Einstieg zum Schacht verfallen.

Zu den Bergleuten gehörten auch die Zeugarbeiter (Zimmerleute im Bergbau), in alten Kirchenbüchern "Bergzimmerling" genannt und die Mühlmeister (zuständig für die Mühlen zur Zerkleinerung des Erzes).

1923 wurde der Dreikönigs-Schacht wieder aufgemacht, mit modernen Gerät sollte der Bergbau wieder beginnen. Kuxe wurden ausgegeben, die bei Spekulanten reißenden Absatz fanden. Der Dreikönigs-Schacht war in Weipert als Giftschacht bekannt, die Bergleute arbeiteten ohne Schutz. Sieben Bergleute konnten nur noch tot geborgen werden. Dies war das endgültige Aus für den Bergbau in Weipert. Laut Analyse enthielt das Gestein 23,69% Arsen, 18,93% Eisen, 10,4% Schwefel und pro Tonne Gestein 20 Gramm Silber und 3 Gramm Gold.

Unvollständige Liste der Bergwerke: (Im Aufbau)

Alte Bierzehend bei Hs.Nr.219
Altmannstollen bei Hs.Nr.208
St. Andreas und Wüstner Gegenglück
Annenschacht
Antonistollen bei Hs.Nr.106
St. Bartholomai bei Hs.Nr.220
Bierzehend bei Hs.Nr.487
Bleizeche bei Hs.Nr.368
Christkindstollen
Clement oder Tiefenstollen
Dreieinigkeitsstollen bei Hs.Nr.222
Dreifaltigkeitsstollen
Drei Königsstollen
Einigkeits-Zeche
Felsenkeller
Feigenstollner-Wiesenschacht
Hasenstollen
Heil. Christbescherung
Heilig Kreuz-Zeche
Hoffnung zu Gott
Johannes in der Wüste
St. Johannes v. Nepomuk oder Feigstollen
Josephizeche Eisenabbau
Königin-Luise-Zeche
Kupferzeche
Laurencistollen
St. Michaeli-Zeche
St. Maria und Joseph
Milde Hand-Gottes
Neugeborenen Kind-Stollen
Pechstollen
Schurfstollen
Wasserstollen

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